APACHEN

Geronimo De Gaza

Tsahizn Tseh Alchise Eskadi
Zusammen mit den Navaho gehören die Apachen zu den südlichen Athapasken. Der
Name Apache stammt wahrscheinlich aus der Sprache der Zuni-Indianer und bedeutet
»Feind«. Einst beherrschten die Apachen große Teile von Neu Mexiko, Arizona,
Texas und Colorado, ihre Kriegszüge hielten weite Teile von Nordmexiko in
Unruhe. Die südlichen Athapasken sind wahrscheinlich erst spät in ihre heutigen
Stammesgebiete eingewandert. Als wahrscheinliche Wanderroute kommt der östliche
Rand des Felsengebirges in Betracht. Auf jeden Fall stammen die Athapasken aus
dem Norden.
Die Apachen gliedern sich in mehrere Gruppen, von denen die Chiricahua-Apachen
mit den Mescaleros
eng verwandt sind. Die Jicarilla-Apachen
bildeten mit den
Lipan-Apachen eine eigene
Untergruppe. Auch die White-Mountain-Apachen
waren wiederum in verschiedene Gruppen geteilt. Die Apachen gehören zu den
bekanntesten Indianern Nordamerikas, da sie wegen ihrer kriegerischen Taten
lange Zeit der Schrecken der neuen Siedler waren. Von den Spaniern übernahmen
sie schon früh das Pferd, später auch Feuerwaffen. Von der ursprünglichen Kultur
der einfachen Sammler und Jäger ist heute nicht mehr viel zu finden. Die rund
siebentausend Apachen leben heute meist als Viehzüchter.
ARAPAHO
Eagle Chief Black Man Big Mouth Little Bear
Das Volk der Arapaho lebte bis Mitte des 18. Jahrhunderts vom Ackerbau, später wurde aus dem sesshaften Volk ein Volk von Nomaden und Büffeljäger. Der Stamm gehörte zur Sprachfamilie der Algonkins. 1830 teilte sich der Stamm in zwei Gruppen - die nördlichen und südlichen Arapaho. Auf Kriegsfuß standen sie ständig mit den Stämmen der Ute, Shoshonen und den Pawnee. Als sich 1840 die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Weißen vermehrten, verbündeten sich die Arapaho - Gruppen mit den Cheyenne, denn beide Stammesteile waren zu klein, um sich gegen den Weißen Mann behaupten zu können. Nach dem Massaker am Sand Creek im Jahre 1864, dem auch viele Arapaho zum Opfer fielen, flüchteten die Überlebenden nach Norden und schlossen sich den Sioux an. Hier führten sie einen regelrechten Guerillakrieg gegen die US-Regierung. So waren sie 1876 unter anderem auch bei der erfolgreichen Schlacht am Little Big Horn beteiligt. Nach der Kapitulation der Arapaho wurde ein großer Teil des Volkes in Wyoming ins Wind River Reservat und in ein Reservat am Arkansas-River eingewiesen. Im Jahre 1990 wurden hier noch 6350 Arapaho gezählt.
ARIKARA

Bull Neck Red Star Sitting Bear Four Horns
Ein zur Sprachfamilie
der Caddo gehörender Stamm, der sich erst in jüngerer Zeit von den zur gleichen
Familie gehörenden Pawnees getrennt hat. Sie lebten zur Zeit ihrer Entdeckung in
befestigten Dörfern im Missouri-Tal. Sie betrieben Landwirtschaft, gingen aber
regelmäßig auf die Jagd. Im 19. Jahrhundert wurde der Stamm durch Epidemien und
Kriegshandlungen weitgehend dezimiert. Von den ursprünglich rund 3000 Arikara
sind heute kaum mehr als 600 übrig.
BLACKFEET

Bear Bull Calf Child Running Rabbit Winnipeg Jack
Zu den Ureinwohnern, die Blackfeet genannt wurden, zählten drei Stämme, die sprachlich eng miteinander verwandt waren. Es waren die Stämme der Siksika, Blood und Piegan. Ursprünglich lebten alle Gruppen gemeinsam im heutigen östlichen Kanada. Bei einem Streit um die Wahl eines neuen Häuptlings spaltete sich die Gruppe zunächst in zwei Lager. Während der Stamm der Siksika weiter in den kanadischen Süden zog, blieb der Stamm der Blood weiter im Norden. Die Crow nannten den Stamm der Siksika fortan Blackfeet, wahrscheinlich wegen ihrer Sohlen, die durch die Asche der verbrannten Wiesen in der Prärie schwarz gefärbt waren. Auch hier gab es dann Unstimmigkeiten bei der Wahl einen neuen Häuptling, nachdem ein Krieger namens Piegan den Posten beanspruchte. Nach seiner Niederlage spaltete sich auch der Stamm der Blackfeet, wobei sich Piegan mit seinen Anhängern im heutigen nordwestlichen Montana niederließ. Diese Gruppe benannte sich nun nach dem Häuptling - Piegan.
CHEYEENE

Red Bird Little Hand Little Wolf Black Belly
Die Cheyenne lebten bis
Ende des 17. Jahrhunderts zunächst im heutigen US-Bundesstaat Minnesota als
sesshafte Ackerbauer und Viehzüchter. Später zogen sie westwärts in Richtung
Dakota und Wyoming, wo sie gegen Ende des 18. Jahrhunderts in den Besitz von
Pferden kamen und aus den sesshaften Bauern, nomadische Büffeljäger wurden. Das
Volk dieses Stammes gehörte zur Sprachfamilie der Algonkin. Das Wort "Cheyenne"
kommt aus der Sprache der Sioux und heißt soviel wie "Volk einer anderen
Sprache" (Shahi yena). 1832 spaltete sich der Stamm in zwei Hälften. Während ein
Teil im Powder-River-Land und im Bighorn-Land blieb, zog der andere Teil nach
Süden zum Platte River zwischen Wyoming und Nebraska. Die nördlichen Cheyenne
gingen ein Bündnis mit den Sioux ein, während sich die südlichen Cheyenne mit
den Comanchen und den Kiowa zusammenschlossen. Die Gruppen verstanden sich auch
gut mit dem Stamm der Arapaho. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts lebten
noch ca. 3.000 nördliche Cheyenne in der Tongue River Reservation im
US-Bundesstaat Montana von der Viehzucht, während mehr als 5.200 südliche
Cheyenne in Oklahoma als Farmer tätig waren.
CHEROKEE

Captain Scraper Ayunini William Penn J. Borum Davis
Weitläufig den Irokesen sprachlich verwandter Stamm im südlichen Appalachengebirge, kulturell zu den Maiskulturen des Südostens gehörig. Die Cherokee und ihre Nachbarn kamen schon im 18. Jahrhundert unter weiße Einflüsse. Große Teile der Cherokee wurden im 19. Jahrhundert nach Westen umgesiedelt und fanden in Oklahoma eine neue Heimat. Die Cherokee lebten im Appalachengebirge, an den Grenzen zwischen Nord-Carolina, Tennessee und Georgia. Die Cherokee gehörten neben den Chickasaws, Choctaws, Creeks und Seminolen zu den so genannten "Fünf Zivilisierten Nationen". Im Gegensatz zu den vielen anderen Indianervölkern Nordamerikas verfügten sie über ein Regierungs- und Verwaltungssystem , das man mit westlichem Standart vergleichen konnte. Es gab Kirchen, Schulen, Gymnasien, Akademien, Bibliotheken und Hospitäler. Die Stammesmitglieder hatten richtige Berufe, wie z. B. Lehrer, Ärzte, Rechts- Anwälte, Architekten, Richter, Bauern, Polizisten und Staatsanwälte.
COMANCHEN

Lefthand Kicha Esipermi Uwat
Die Comanchen lebten ursprünglich im 16. Jahrhundert in den östlichen Rocky Mountains im heutigen Wyoming und gehörten zur Sprachfamilie der uto-aztekischen Shoshonen. Sie waren zu dieser Zeit noch ein primitives Volk und bestritten ihren Lebensunterhalt als Jäger und Sammler. Bei der Jagd beschränkte sich die Beute aber auf Kleintiere wie Kaninchen oder sonstige Nager. Die Menschen dieses Volkes waren recht klein, ihre Durchschnittsgröße lag bei 1,50 bis 1,60 Meter. Sie nannten sich selber "Nemene", das "Volk". Später erhielten sie von anderen Stämmen unterschiedliche Namen, so hießen sie bei den Sioux "Pah-doo-kah", oder bei den Cheyenne "Shishin-ohto-kit-ahn-ay-oh", was soviel wie "Schlangenvolk" bedeutet. Das Wort "Comanche" prägten aber erst die Spanier. Die Bezeichnung kommt von dem Wort "Kohmahts", ein Begriff aus dem Stamm der Ute, was soviel bedeutet wie "Jene, die uns dauernd bekämpfen". Die Comanchen waren ein sehr kriegerisches Volk. Nachdem sie immer tiefer in den Süden vorgedrungen waren, führten sie gegen alle Krieg, die versuchten ihr Land in Besitz zu nehmen.
CROW

Chief Child Ghost Bear Sitting Eagle Leads the Wolf
Der Stamm der Crow, dessen Volk auch übersetzt Krähenindianer genannt wurde, gehörte zur Sprachfamilie der Sioux. Sie selber nannten sich Absaroka, womit ursprünglich ein krähenartiger Vogel beschrieben wurde, so dass die Bezeichnung Krähenindianer eigentlich nicht korrekt ist. Die Crow waren Nomaden und lebten von der Büffeljagd. Ihr Stamm zerfiel in zwei Teile: die Mountain Crow und die River Crow. Trotz der gemeinsamen Sprache mit den Sioux, standen sie ständig mit ihnen (sowie mit den Cheyenne und den Arapahos) auf Kriegsfuß. Durch den Umstand, dass sie als gerissene Pferdediebe tätig waren, gehörten sie zu den reichsten Pferdebesitzern der nördlichen Plains. Die Crow zählten auch zu den wenigen Stämmen, die sich mit der US-Regierung während des gesamten Indianerkrieges arrangierten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert verbündeten sie sich sogar mit den Weißen und standen auch der US-Armee als Späher zur Verfügung. Die Crow halfen der Armee bei der Suche der feindlichen Cheyenne und Sioux. So konnten sie sich ohne großes Risiko an ihnen rächen. Für ihre Hilfe erhielten sie eine Reservation in ihrer Heimat, im Süden von Montana.
FLATHEAD

Nine Pipes Kicking Horse Charley Paul Atoine Chief Atoine Moise
KIOWA

Sa Loso Son of Satanta Sitting in the Saddle Lone Wolf`s Son Tan Anka Pacer Essaqueta
Bis vor dem 17. Jahrhundert waren die Kiowa sesshaft und bestritten ihren Lebens- unterhalt als Ackerbauern. Erst später wurden sie zu Bisonjägern und Pferdezüchtern. Sie gehörten zur Sprachfamilie der Uto-Azteken. Im Jahre 1780 wurde das kleine Volk der Kiowa von den Sioux aus den Black Hills vertrieben. Sie in Richtung Süden nach Kansas, wo sie am Arkansas-River auf die Comanchen trafen, mit denen sie zunächst kleine Reibereien austragen mussten. Später jedoch verbündeten sich die beiden Stämme, und unter dem Einfluss der Comanchen wurden die Kiowa zu den gefährlichsten und kriegerischsten Indianern der ganzen südlichen Prärie. Heute leben noch ca. 9.500 Kiowas
NAVAHO/NAVAJO

Nesjaja Hatila Hatali Nez Coyote Hastobiga
Zusammen mit den Apachen bilden die Navaho, auch Navajo geschrieben, die südlichen Athapasken. In ihrer ursprünglichen Kultur und in ihrer Sprache unterscheiden sie sich kaum von den Apachen, haben aber seit dem Zeitpunkt ihrer Einwanderung in den Südwesten große Teile ihrer jetzigen Kultur von ihren Nachbarn entliehen. Der Name Navaho oder Navajo stammte von den Spaniern. Sie nannten das Volk "Apaces de Navajo" ("Apachen des bepflanzten Landes"). Die Navaho lebten in festen Hütten, den sogenannten Hogans. Sie wurden aus Steinen, Lehm und Stroh gebaut, besaßen keine Fenster und hatten einen einzigen großen Ausgang nach Osten. Während große Teile der Mythologie und der Zeremonien den Pueblokulturen entstammen, gehen Silberschmieden, Weben, Schafzucht und Pferd auf spanisch-mexikanische Einflüsse zurück. Der Stamm wuchs durch verbesserte Hygiene und weiße Wirtschaftseinflüsse, vor allem Schaf- zucht, von rund 8.000 im Jahre 1850 auf über 70.000 im Jahre 1916. Im zweiten Weltkrieg dienten ca. 3.000 Navaho-Indianer bei der US-Armee im Kampf gegen die Japaner. Was diese Männer so unentbehrlich machte, war ihre Sprache. Sie entwickelten daraus einen so komplizierten Code für wichtige militärische Mitteilungen, dass selbst die besten japanischen Experten nicht in der Lage waren, bis zum Kriegsende diesen zu knacken. Heute leben noch ca. 160.000 Navaho im größten Reservat der USA. Trotz Kleinindustrie und Schulen ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch. Insgesamt wurden im Jahre 1990 in den USA ca. 220.000 Navaho gezählt.
NEZ PERZE
Black Eagle Chief Joseph Yellow Bull Three Eagles
Die Nez Perce gehören zur Schahaptian-Abteilung der Schapwailutan-Sprachfamilie. Der Name stammt von französischen Pelzhändlern und bedeutet »Durchlöcherte Nasen«, ein Name, der wahrscheinlich aus der Zeichensprache entnommen ist. Die Nez Perce wurden nach der Einführung des Pferdes überwiegend zu Reitern und Bisonjägern, gehören aber ursprünglich nicht zu den typischen Plains-Indianern.
PAWNEE
Captain Jim Sky Chief Esteemed Son Head Man
Einer der Hauptstämme der Caddo-Sprachfamilie, die Arikara trennten sich erst spät von den Pawnee. Stets freundlich gegenüber den Weißen, stellten die Pawnee den größten Teil der Pfadfinder in den Indianerkriegen. Dennoch wurde der Stamm nach Oklahoma umgesiedelt, um Platz zu machen für weiße Siedler. Die Pawnee sind bekannt wegen ihrer Feindschaft gegen die Sioux, ihrer halblandwirtschaftlichen Kultur und ihrer Zahl. Ursprünglich etwa 12.000 bis 13.000 Menschen stark, verloren sie durch Seuchen den größten Teil ihrer Bevölkerung. Heute leben noch etwa 1.000 Pawnee in Oklahoma.
PIMA

Joseph Head Antonia Azul Chijako Kaviu
SIOUX
Two Kettle Wanduta Afraid of the Bear Long Soldier
Eigentlich Dakota, d. h. »Verbündete«, haben diese Indianer einer Sprachfamilie ihren Namen gegeben, zu der außer den Plains-Dakota auch noch eine Reihe weiterer Stämme gehören. Ursprünglich in Wisconsin und Minnesota ansässig, wurden sie in geschichtlicher Zeit in die Plains gedrängt, wo sie rasch zu typischen Bisonjägern wurden. Diese Verdrängung geht wahrscheinlich auf die Chippewa zurück. Die Dakota gehören zu den »klassischen Indianern», nicht zuletzt durch ihren hartnäckigen Widerstand gegen die weißen Siedler. Gewöhnlich teilt man die Dakota in folgende Gruppen ein: Mdewkanton, Wahpeton, Wahpekute, Sisseton, Yankton, Yanktonai und Teton. Die Chippewas nannten die Dakota "Nadoweis-siw", was soviel wie "Kleine Schlagen" bedeutet. Für die französischen Pelzhändler, die mit den Chippewas Geschäfte machten, war dieses Wort aber kaum auszusprechen. Sie veränderten das Wort zu "Nadouessioux" und benutzten schließlich nur noch die Endsilbe "Sioux". Nach der Schlacht am Little Big Horn flüchteten viele Häuptlinge mit ihrem Volk in Richtung Norden. Dort wurden sie aber durch Hunger und Kälte zur Kapitulation gezwungen. Als die Reservate im Jahre 1890 durch die Geistertanzbewegung von Unruhe erfasst wurden, kam es am 29. Dezember des selben Jahres zum letzten großen Massaker durch die US-Armee. Hier wurden am Wounded-Knee 150 Männer, 250 Frauen und zahlreiche Kinder von der 7. Kavallerie mit Hotchkiss-Schnellfeuer-Kanonen getötet. Damit war der Widerstand der Sioux endgültig zusammengebrochen. Gegenwärtig zählen die Dakota rund 33.000 Mitglieder.
WISHRAM

Hlalakum Kashhila Bride
ZUNI
Shiwawatwa Governor of Pueblo Pal Dwat Ta Wa Tsin I Hay
Sprachlich eigenständige Gruppe von Pueblo-Indianern. Die Siedlungen der Zunis gaben den Anlaß zur Legende von den sieben Städten von Cibola (Zuni). Auf Grund dieser Legende zog der Spanier Coronado von Mexiko aus, um die Reichtümer der sieben Städte zu erobern. Bitter enttäuscht, fanden die Spanier nur einfache Pueblo-Siedlungcn, die keinerlei Reichtümer enthielten und außerdem noch im Sturm genommen werden mußten. Die Zuni, seit dem 17. Jahrhundert unter dem Einfluß spanischer Padres, haben es verstanden, ihre alte Kultur und Religion zu bewahren, während die Missionskirche heute als Ruine dasteht. Fleißige Bauern, die auf dem spärlichen Boden mit Hilfe von künstlicher Bewässerung erstaunliche Erträge erzielen, sind die Zunis auch heute noch kulturell ungebrochen. Etwa 2000 Indianer gehören zu dieser Gruppe.